Gründer und Künstlerischer Leiter der Compagnie Off.
Nach ausgedehnten Reisen nach Afrika, in die Vereinigten Staaten und nach Indien ließ sich Philippe Freslon schließlich 1980 in Berlin nieder. Hier gab er als Zirkuskünstler Unterricht und nahm professionelle Engagements im alternativen Zirkus Tempodrom an.
Nach seinem Treffen mit dem Meister-Clown Philippe Gaulier begann er sein endloses Unterfangen, die Figur des Buffon zu ergründen.
|
|||||||||
Die öffentlich-epische Niederlassung
Ob um das Zentrum einer sich bewegenden Bühne im inneren der Stadt; ob kletternd, schwimmend oder in einer Prozession vertrauter Begegnungen: die Compagnie Off hat ein Faible für das Ungleichgewicht, für das Unkonventionelle und für alles Wesentliche. Wie bei einem Narren kommen die besten Streiche überraschend.
Seien es geflügelte Pferde, Kreaturen aus Lehm, Giraffen, Dicke, Freaks, Carmen in mannigfaltiger Ausführung oder Boxer, die Gruppe spricht in all ihren Kreationen, Darstellungen und Figuren universelle Themen an: die Gegenwart, das Mögliche, das Absurde, Wiedergutmachung, Dahinscheiden etc. Die Geschichten der Gruppe kommen in der Öffentlichkeit zur Aufführung – in einer Sphäre, an der alle teilhaben. Sie handeln von Verbindungen aus Liebe, engen und zu engen Banden, vom Fallen und Auferstehen, von Andersartigkeit und Monstrosität.
Die Compagnie Off bleibt immer dicht am Epizentrum, ist weder das Eine noch das Andere und spielt mit dem immerwährenden Hier und Dort. Es ist, als wollte die Compagnie Off auf der Straßen Fallen auslegen oder einen Riß in unseren Alltag schlagen, wenn sie einfache Reiserouten in und um unsere Wohnblöcke und Fertighäuser inszeniert und die kollektive Vorstellungskraft beschwört.
Es ist wie ein tiefes Verlangen nach Zweifel, nach der Herrschaft der Eingebung, nach einem unterbewussten und erhabenem Reich.
Eine entscheidende Begegnung: Opera Singing
Von "Le défilé fantastique" (1990) bis "Carmen – Opera de Rue" (2000)
Seit ihren Anfängen im Jahre 1986 sucht die Compagnie Off nach dem besten Weg, sich in der Stadt zum Ausdruck zu bringen. Wie bringt man die innere Stimme so zu lebendigem Ausdruck, dass sie unter freiem Himmel wirken kann? Wie präsentiert man Geschichten, dass sie der Größe der Stadt wirklich gerecht werden? Die Begegnung mit "Opera Singing" war ein entscheidender Moment für die Theatergruppe.
Die Straße ist die Wiege der Oper. Sie spiegelt immer noch den starken Glanz und die hohe Emotionalität ihrer Aufführungsorte wider. Statt ihre Opern aufwändiger zu gestalten, begann die Compagnie Off, schon mit "Le Défilé Fantastique" (Die Fantastische Parade) und später mit "Les Girafes – Déambulatoire animalier" (Die Giraffen – Eine Tieroperette) und "Les Sept Péchés Capitaux" (Die Sieben Todsünden) ihre Lieder auch weit über die Grenzen hinaus zu verbreiten.
COMPAGNIE OFF - Repertory shows
“Les gros” - awakening and drifting beyond the walls – 1990
“Le defile fantastic” - urban operatic procession – 1991
“Les sept péchés capitaux” - ambulatory Baroque epic – 1992
“Le Palais des découvertes” - fairground sideshow & big top – 1994
“Les baisers du cinéma” - travelling shots of lovers – 1995
“Les Roues de couleurs” - techno mobility – 1997
“Carmen-Opéra de rue” - adaptation for three Carmens and one arena – 1999
“Les Girafes – opérette animalière” - vertical procession – 2000
“Va donner aux poisons une idée de ce qu’est l’eau” circus opera/crisis opera - 2004